Thema: Myrgath - Weltenhintergrund
Teil 1: Gustave de Valois - Der alte Graf
Vor 60 Jahren herrschte die Familie de Valois in Myrgath. Das letzte Oberhaupt seiner Dynastie war Graf Gustave de Valois. Er ist bis heute bekannt als der Alte Graf, denn er starb im stolzen Alter von 96 Jahren. In seinen frühen Herrschaftsjahren war er als ein Mann bekannt, der das Volk hörte, der seine Sorgen kannte, der vom Volk geliebt wurde und mit dem man gelegentlich sogar in der Taverne anstoßen konnte. Er galt als guter Vater und liebevoller Ehemann. Gustaves Frau starb bei der Geburt ihres letzten Kindes und das Volk konnte sehen, wie sehr die Trauer ihn zerriss. Dennoch war er immer stark für sein Volk, kämpfte sich zurück ins Leben und nahm seine Ämter gewissenhaft wieder auf.
Doch mit dem Alter schwand diese Kraft mehr und mehr. Nicht nur das, er wurde krank, jähzornig und ungeduldig. Die schwindende Jugend machte ihn bitter, die schwindende Gesundheit unberechenbar.
Er zog sich in seine Kammer zurück, dann in sein Bett - schließlich wurden die Audienzen abgesagt. Die Welt draußen wurde zu einer Geschichte, von der ihm nur noch die Familie oder seine Berater berichteten.
Diese treuen Berater, einst seine Stütze, beschönigten die Probleme des Volkes aus Angst vor Strafen. Denn wenn die Berichte nicht zur Zufriedenheit des Alten Grafen waren, schalt er sie. Wenn sie von Unruhe in den Dörfern berichteten, nannte er sie Lügner. Doch die Unruhe war real.
Seine Kinder flehten ihren Vater an, das Szepter der Herrschaft weiterzureichen, doch auch sie jagte der Alte Graf davon.
Dann folgte ein Sommer ohne Regen und der Ertrag der Felder blieb aus. Ihm folgte unweigerlich ein Winter ohne Nahrung und Hunger machte sich im Land breit.
Die Kornkammern waren lange Zeit voll gewesen, doch mit dem wachsenden Wohlstand, dem Bedarf nach Handwerkern und dem prosperierenden Handel wuchs auch die Bevölkerung, und die Vorräte reichten nicht mehr in Zeiten der Not. Ein wacher Herrscher hätte reagiert, investiert und die Versorgung ausgebaut, doch Gustave sah es nicht. Er lag im Bett, umgeben von Schatten, und glaubte, das Reich sei noch immer in voller Blüte. Jeder, der ihm das Gegenteil berichtete, wurde davongejagt.
Dann kam der Tag, an dem die Wahrheit nicht mehr zu leugnen war.
Die Familie de Lioncourt, die Astralen vom Löwenhof, rief zum Aufstand.
Sie versprachen dem Volk: „Ein neuer Anfang. Ein Ende der Tyrannis.“
Bauern, Handwerker, Scholaren der Akademie, niederer Adel, der Pöbel, sogar die Stadtwache – sie stürmten am Morgen Seite an Seite das Anwesen der de Valois‘.
Am selben Abend noch hingen die Leichen der Verwandten des Alten Grafen an den Galgen auf dem Marktplatz: seine vier noch lebenden Kinder, ihre Enkel, Urenkel, Onkel, Tanten – alle, die noch blieben.
Es war ein Blutbad für die Familie de Valois aber ein Befreiungsschlag für das Volk.
Der Alte Graf jedoch war bereits am Morgen der Revolution mit den ersten Strahlen der Sonne verstorben.
Er atmete ein letztes Mal friedlich aus, ohne zu wissen, dass sein Reich bereits tot war. Er lernte nie, dass Macht nicht unbedingt in der Länge des Lebens, sondern in der Weisheit des Loslassens liegt.
Vor 60 Jahren herrschte die Familie de Valois in Myrgath. Das letzte Oberhaupt seiner Dynastie war Graf Gustave de Valois. Er ist bis heute bekannt als der Alte Graf, denn er starb im stolzen Alter von 96 Jahren. In seinen frühen Herrschaftsjahren war er als ein Mann bekannt, der das Volk hörte, der seine Sorgen kannte, der vom Volk geliebt wurde und mit dem man gelegentlich sogar in der Taverne anstoßen konnte. Er galt als guter Vater und liebevoller Ehemann. Gustaves Frau starb bei der Geburt ihres letzten Kindes und das Volk konnte sehen, wie sehr die Trauer ihn zerriss. Dennoch war er immer stark für sein Volk, kämpfte sich zurück ins Leben und nahm seine Ämter gewissenhaft wieder auf.
Doch mit dem Alter schwand diese Kraft mehr und mehr. Nicht nur das, er wurde krank, jähzornig und ungeduldig. Die schwindende Jugend machte ihn bitter, die schwindende Gesundheit unberechenbar.
Er zog sich in seine Kammer zurück, dann in sein Bett - schließlich wurden die Audienzen abgesagt. Die Welt draußen wurde zu einer Geschichte, von der ihm nur noch die Familie oder seine Berater berichteten.
Diese treuen Berater, einst seine Stütze, beschönigten die Probleme des Volkes aus Angst vor Strafen. Denn wenn die Berichte nicht zur Zufriedenheit des Alten Grafen waren, schalt er sie. Wenn sie von Unruhe in den Dörfern berichteten, nannte er sie Lügner. Doch die Unruhe war real.
Seine Kinder flehten ihren Vater an, das Szepter der Herrschaft weiterzureichen, doch auch sie jagte der Alte Graf davon.
Dann folgte ein Sommer ohne Regen und der Ertrag der Felder blieb aus. Ihm folgte unweigerlich ein Winter ohne Nahrung und Hunger machte sich im Land breit.
Die Kornkammern waren lange Zeit voll gewesen, doch mit dem wachsenden Wohlstand, dem Bedarf nach Handwerkern und dem prosperierenden Handel wuchs auch die Bevölkerung, und die Vorräte reichten nicht mehr in Zeiten der Not. Ein wacher Herrscher hätte reagiert, investiert und die Versorgung ausgebaut, doch Gustave sah es nicht. Er lag im Bett, umgeben von Schatten, und glaubte, das Reich sei noch immer in voller Blüte. Jeder, der ihm das Gegenteil berichtete, wurde davongejagt.
Dann kam der Tag, an dem die Wahrheit nicht mehr zu leugnen war.
Die Familie de Lioncourt, die Astralen vom Löwenhof, rief zum Aufstand.
Sie versprachen dem Volk: „Ein neuer Anfang. Ein Ende der Tyrannis.“
Bauern, Handwerker, Scholaren der Akademie, niederer Adel, der Pöbel, sogar die Stadtwache – sie stürmten am Morgen Seite an Seite das Anwesen der de Valois‘.
Am selben Abend noch hingen die Leichen der Verwandten des Alten Grafen an den Galgen auf dem Marktplatz: seine vier noch lebenden Kinder, ihre Enkel, Urenkel, Onkel, Tanten – alle, die noch blieben.
Es war ein Blutbad für die Familie de Valois aber ein Befreiungsschlag für das Volk.
Der Alte Graf jedoch war bereits am Morgen der Revolution mit den ersten Strahlen der Sonne verstorben.
Er atmete ein letztes Mal friedlich aus, ohne zu wissen, dass sein Reich bereits tot war. Er lernte nie, dass Macht nicht unbedingt in der Länge des Lebens, sondern in der Weisheit des Loslassens liegt.
Teil 2: Der Hohe Rat
Nur wenige Monate nach der blutigen Auslöschung der Familie de Valois wurde der Hohe Rat auf Initiative der Familie de Lioncourt einberufen.
Das Versprechen an das Volk lautete: Ein neues Zeitalter, frei von einem einzigen Herrscher.
Die de Lioncourts stellten ihre Leibwache frei, die von nun an als Garde der Ordnung der Bevölkerung dienen sollte. Sie übernahmen die Befehlsgewalt über die Stadtwache und die verbliebenen Soldaten, um das Land von dem Chaos zu befreien.
Doch die Macht wurde nicht mehr an eine Familie gebunden. Aus allen Schichten des Landes wurden Vertreter berufen: Für Handwerk, Handel, Finanzen, Bauvorhaben, Gesundheit, Magie, Seelenkunde, Ernährung, Bildung, Wissenschaft und Kunst. Jedes Volk hatte einen Sprecher im Rat. Alle Ratsmitglieder hatten das Recht, gehört zu werden. Und alle hatten die Pflicht, das Wohl des Volkes an die erste Stelle zu stellen.
Hatte einer dieser Sprecher darin versagt, wenn er Macht missbrauchte, Lügen verbreitete oder das Gemeinwohl vernachlässigte, dann konnte die Mehrheit des Rates ihn abwählen. Kein Mitglied war unantastbar.
So kehrte langsam Ruhe in das Land zurück.
Im Jahr nach dem Tod des Alten Grafen feierte Myrgath die erste gesegnete Ernte seit Jahrzehnten. Die Felder, die man neu erschlossen hatte, trugen Früchte. Die Kornkammern, die man neu errichtete, füllten sich mithilfe der gemeinsamen Anstrengung des Volkes.
Der Hohe Rat wurde zu einem Schwur, dass niemand mehr allein entscheiden durfte und die Macht von nun an in vielen Händen lag.
Nur wenige Monate nach der blutigen Auslöschung der Familie de Valois wurde der Hohe Rat auf Initiative der Familie de Lioncourt einberufen.
Das Versprechen an das Volk lautete: Ein neues Zeitalter, frei von einem einzigen Herrscher.
Die de Lioncourts stellten ihre Leibwache frei, die von nun an als Garde der Ordnung der Bevölkerung dienen sollte. Sie übernahmen die Befehlsgewalt über die Stadtwache und die verbliebenen Soldaten, um das Land von dem Chaos zu befreien.
Doch die Macht wurde nicht mehr an eine Familie gebunden. Aus allen Schichten des Landes wurden Vertreter berufen: Für Handwerk, Handel, Finanzen, Bauvorhaben, Gesundheit, Magie, Seelenkunde, Ernährung, Bildung, Wissenschaft und Kunst. Jedes Volk hatte einen Sprecher im Rat. Alle Ratsmitglieder hatten das Recht, gehört zu werden. Und alle hatten die Pflicht, das Wohl des Volkes an die erste Stelle zu stellen.
Hatte einer dieser Sprecher darin versagt, wenn er Macht missbrauchte, Lügen verbreitete oder das Gemeinwohl vernachlässigte, dann konnte die Mehrheit des Rates ihn abwählen. Kein Mitglied war unantastbar.
So kehrte langsam Ruhe in das Land zurück.
Im Jahr nach dem Tod des Alten Grafen feierte Myrgath die erste gesegnete Ernte seit Jahrzehnten. Die Felder, die man neu erschlossen hatte, trugen Früchte. Die Kornkammern, die man neu errichtete, füllten sich mithilfe der gemeinsamen Anstrengung des Volkes.
Der Hohe Rat wurde zu einem Schwur, dass niemand mehr allein entscheiden durfte und die Macht von nun an in vielen Händen lag.